Unsere Reise beginnt in Phnom Penh, der Hauptstadt Kambodschas. In der Metropole mit 1,7 Mio. Einwohnern wollen wir zwei Tage bleiben. Anschließend weiter auf dem Mekong über die Grenze nach Vietnam und über Chau Doc, Can Tho und Saigon - nur “Betonköpfe” sagen Ho Chi Minh City (!) - nach Mui Ne an das Südchinesische Meer.

Gebucht hatten wir mit Lufthansa bis Bangkok und dort 3 Stunden Aufenthalt bis zum Weiterflug mit Bangkok Airways nach Phnom Penh.
Die beiden Übernachtungen in Phnom Penhs “Casa Hotel” hatten wir per E-Mail klar gemacht und tatsächlich hat alles geklappt, wie am Schnürchen. Sogar der Abholservice vom Hotel - wir waren beeindruckt.

Als ich für Nela und mich zwei kalte Getränke organisieren will, durfte ich aber feststellen, dass hier die Uhren doch noch etwas anders gehen. Findet man in Thailand an fast jeder Ecke einen Supermarkt oder “seven eleven” mit Kühlschrank, wühlt hier ein Khmer in einer mit Stückeis gefüllten Kühlbox nach Dosen, die entweder zu kurz in der Box sind, um richtig kalt zu werden oder bereits zu lang und daher schon wieder warm.
Nachdem die Kinder im Bett sind, schnappen wir uns ein Motorradtaxi und lassen uns an die Riverfront fahren, um dort im La Croisette noch etwas zu trinken. Auch hier merkt man wieder, dass der Tourismus noch in den Kinderschuhen steckt. Spätestens um 22:00 Uhr sind die Strassen nahezu menschenleer und die Fahrt zurück mit dem Cyclo durch die Stille der Nacht ist fast ein bisschen unheimlich.

Der Wat Phnom ist von unserem Hotel bequem zu Fuß zu erreichen und so beginnen wir unsere Besichtigung am folgenden Tag dort. Im Park um den Wat finden sich Dutzende von Kriegsopfern, die durch Landminen ein Bein verloren haben oder kleine Kinder, von denen wir permanent angebettelt werden. Trotz unseres Mitleids mit diesen Menschen können wir unmöglich, jedem den gewünschten Dollar geben, unsere Urlaubskasse wäre Mittags bereits leer.
Anschließend geht es auf den Zentralmarkt. Leider findet sich keiner in unserer Familie, der von den leckeren Snacks, wie Spinne oder Käfer probieren möchte.
Ohne Nela und die Kinder lasse ich mich am Nachmittag mit dem Motorradtaxi nach Choeung Ek (Killing Fields) und anschließend in das Tuol Sleng Museum (Folterammer S-21) bringen. Fassungslos steht man in den Zellen und vor den Bildern, die die Grausamkeiten der sadistischen Schlächter zeigen.

Schon am nächsten Mittag geht es weiter auf dem Basac, einem Seitenarm des Mekong, nach Süden, in Richtung Vietnam. Die Tickets besorgen wir uns gleich in der Früh, die 12 Sitzplätze des kleinen Bootes sind schnell ausverkauft.

Ebenfalls über Internet hatten wir für zwei Nächte die Suite im Victoria Chau Doc reserviert. Ein super Zimmer mit allem Komfort und traumhaftem Blick über den Fluss. Chau Doc selbst ist eine quirlige Stadt mit einigen wenigen Sehenswürdigkeiten. Uns fällt sofort auf, dass Autos hier eher weniger zum Strassenbild gehören. Dafür Millionen von Fahrrädern und Mopeds. Mit Ausnahme von Saigon - wo es zwar nicht weniger Mopeds, dafür aber zusätzlich jede Menge Autos gibt - ist dies auch in allen anderen Städten so.
Auf dem Markt wollen wir für die Kinder ein paar Flip Flops kaufen. Prompt werden Irina beim Anprobieren die Schuhe geklaut. Mit unserem “Khmer für Beginners-Wörterbüchlein” versuchen wir der Verkäuferin klar zu machen, was passiert ist. “weg” oder “gestohlen” steht natürlich nicht drin und als ich auf “alte Schuhe” deute, meint sie: “Nein, nein, Schuhe made in Vietnam!” Glücklich erscheint dann doch noch ein Passant, der englisch spricht und der dann meint: “Auch ein guter Verkaufstrick”, nachdem wir ja jetzt Schuhe kaufen müssen.

Für die Weiterfahrt in den Süden nach Can Tho finden wir nach viel fragen und suchen doch noch ein Boot, obwohl es allerorts heißt, dass dies nicht mehr angeboten wird. Aus den anfangs prognostizierten 6 Stunden werden aber 11 und wir kommen völlig ausgekühlt vom Fahrtwind um 21:00 in Can Tho an.

Von dem einzigen Menschen, der während unserer Reise “Ho Chi Minh City” anstelle “Saigon” sagt, lassen wir uns ein Auto nebst Fahrer nach Saigon aufschwatzen und kommen am Abend dort an. Um etwas von der Atmosphäre der Stadt aufzunehmen, setzen wir uns in einen Biergarten und sind vom Treiben um uns herum beeindruckt. Der Hammer ist dann eine riesige Ratte, die ein paar Meter neben uns aus der Markise fällt und sich mühsam zwischen den Tischen hindurch wegschleppt.
Im Hotel können wir einen Bus nach Mui Ne für den nächsten Tag buchen. Um 7:00 Uhr in der Früh werden wir von einem Taxi abgeholt und zur Haltestelle ein paar Strassen weiter gebracht.

Gegen Mittag kommen wir an dem ca. 10 km langen Strand von Mui Ne an. In der Mitte lassen wir uns absetzen und suchen uns in aller Ruhe eine erste Bleibe. Zwei Tage später ziehen wir um ins Suoi Tien, eines der wenigen Ressorts, dass einen ausreichend großen Bungalow auch für vier Personen bietet.

Hier bleiben wir den Rest des Urlaubs. Selbstredend absolvieren auch wir den “üblichen” Ausflug mit Jeep zu der wirklich beeindruckenden Dünenlandschaft im Hinterland und dem kleinen Fischerhafen.

Am 30.3. mittags besteigen wir den Bus zurück nach Saigon, wo wir am nächsten Tag noch den Markt besuchen. Bereits um 7:00 Uhr morgens ist die Hölle los. Das Überqueren einer Strasse stellt jedes Mal ein nicht unerhebliches Risiko dar.

Der Flughafen von Saigon ist im Vergleich zur Stadt selbst doch eher provinziell. Die Ausreiseprozedur mit Ausreisesteuer, Passkontrolle, Zoll, etc. gestaltet sich dann auch entsprechend zügig.
In Bangkok haben wir 9 Stunden Aufenthalt und nutzen die Zeit, kurz in die Stadt zu fahren. Also an den Horden von Taxifahrern, die die Neuankömmlinge in der Ankunftshalle schon erwarten und entsprechend überzogene Preise verlangen, vorbei und eine Rolltreppe hoch in den Abflug-Bereich, wo vor der Tür die Taxameter-Taxis warten und für die Hälfte in die Innenstadt fahren.
Bisher hatten wir nie Gelegenheit, Chinatown zu besuchen und lassen uns diesmal dort absetzen. Spannend auch hier, wie  sich in den kleinen Gassen zwischen gegrillten Spanferkeln und sich waschenden Kindern die Ratten tummeln.

In alter Tradition trinken wir unser letztes Guinness im Irish X-Change und sagen Asien für dieses Mal auf Wiedersehen.