Die Anreise erfolgt über die Drehscheibe Bangkok. Leider war es nicht möglich, unser Gepäck bis Luang Prabang in Laos durchzuchecken. Nur eine Stunde haben wir Aufenthalt am neuen Flughafen Suvarnabhumi. Das reicht nicht, um einzureisen, das Gepäck zu holen und wieder auszureisen. Die Mitarbeiter am Counter von Bangkok Airways sind jedoch super und holen unser Gepäck vom Band.
Nachdem man in Asien an einer Imbissbude Fährtickets kaufen kann, klappt auch das und wir können unsere Rucksäcke in Luang Prabang tatsächlich in Empfang nehmen.

Das Visum erhält man direkt am Flughafen und mit nur wenigen anderen Travelern, die der kleinen Turboprop Maschine entstiegen sind, halten wir das bald in den Händen. Nur Deutsche und Franzosen zahlen 30 US$, alle anderen mehr.

Ein Taxi bringt uns für 5 Dollar in die Stadt und hier sehen wir schon die ersten Unterschiede zu den anderen Ländern der Region. Die Häuser, auch die kleineren, sind weitgehend aus Stein.

Luang Prabang ist voll von Touristen. Jedoch läuft alles in einer unglaublich ruhigen und entspannten Atmosphäre ab. Vier Tage werden wir hier bleiben, leicht ausreichend, um die Hauptsehenswürdigkeiten zu besichtigen und noch genug Zeit, einfach in einer Kneipe am Ufer des Mekong zu sitzen und nur die Eindrücke wirken zu lassen.

Frühstück in Asien bedeutet Nudelsuppe. Zwar ist allerorts auch europäisches Frühstück mit Toastbrot, Eiern und Speck zu erhalten, wir mögen es da aber lieber asiatisch. Zu lecker ist es einfach, die kräftige Brühe mit den verschiedenen Kräutern und Gewürzen selbst zu „verfeinern“. Kostenpunkt: 50 Cent per Person.

Die Besteigung des Phou Si, des heiligen Berges, gehört zu den touristischen Ritualen. 328 schweißtreibende Stufen weiter oben angelangt, findet man nicht nur zahlreiche kleinere Tempel und Buddha Statuen, auch eröffnet sich einem ein traumhafter Blick auf die Stadt und den Fluss.

Es ist wider erwarten heiß. Die Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht sind extrem. Auf der Suche nach etwas trinkbarem kommen wir an einem Geschäft vorbei, das eine ganz eigene Art von Getränk anbietet – Schlangenschnaps.
Dieses Zeug trinken vorwiegend Männer, bevor sie sich zu ihrer Liebsten aufmachen. Je giftiger die Viecher in dem Alkohol, desto erfolgversprechender.

Ein Besuch in Luang Prabang wäre unvollständig, ohne einen Ausflug nach Ban Pak Ou. Etwa 25 Kilometer fährt man mit dem Boot stromaufwärts und erreicht dort die Höhle Tham Thing. Ca. 5000 Buddhastatuen haben die Laotischen Könige und ihre Gefolgsleute seit 1560 von ihren Pilgerfahrten hierher mitgebracht.
Spätestens um 10 Uhr sollte man sich auf den Weg machen, unterbrochen wir die Fahrt nämlich noch an zwei Orten unterwegs. Das erste Mal gleich kurz hinter Luang Prabang wo wir zusehen können, wie das dicke Papier hergestellt wird, das man auch bei uns häufig für Fotoalben verwendet. Der zweite Stop ist in Ban Sang Hay, einem ehemaligen Töpferdorf. Tradition ist heute aber viel mehr, für den Inhalt der Töpfe zu sorgen. Das ganze Dorf brennt Schnaps. Zur Brennerei hat man Stufen in die Uferböschung gegraben. Hier wird in Tontöpfen Reis vergoren und anschließend zu dem laotischen Reisschnaps Lau Lao gebrannt.

Einen Tag haben wir noch und nutzen diesen für einen Ausflug zum Wasserfall Tat Kuang Si. Es ist schweinekalt auf der offenen Pritsche des Pickup's, mit dem wir uns die 30 Kilometer zum Naturschutzgebiet fahren lassen. Das Frieren lohnt jedoch, kristallklares Wasser läuft über die Kalksteinfelsen und sammelt sich in einzelnen Bassins. Gleich beim Betreten des Geländers kommt man an zwei Käfigen vorbei. In einem streicht ein Tiger – Pet – den Zaun entlang, in dem anderen Gehege treibt eine Horde kleiner Bären ihr Unwesen.
Eine Tafel klärt darüber auf, dass die Tiere in grauenhaftem Zustand vor Wilderern gerettet wurden.

Nela schafft es tatsächlich, früh am nächsten Morgen, den Monk’s Walk zu besuchen. Die Mönche der zahlreichen Wats ziehen an Gläubigen vorbei und erhalten von jedem ein wenig Reis in die Sammeltasche. Ad absurdum wird dies geführt, da die Taschen der Mönche gar nicht so groß sein können, um den ganzen Reis der vielen hundert am Wegesrand knienden Menschen aufzunehmen. An jeder Straßenecke stehen daher Müllkörbe, in die sie den Reis aus ihren Taschen wieder ausleeren.

Silvester verbringen wir in der „Elephant Lodge“ Nachdem unser Zimmer bei unserer Ankunft am Vormittag noch nicht fertig ist, nutzen wir die Gelegenheit und wandern durch den Dschungel hinter dem Haus in den nächsten Ort. Dort finden wir ein geniales, kleines Restaurant, in dem wir etwas trinken und uns auch gleich für den Abend zum Essen ankündigen.
Von der Lodge aus lassen wir uns für 10 Dollar mit dem Boot ein Stück den Fluss hinauffahren, um auch hier einen Naturpark anzusehen. Die Hauptattraktion sind die vielen Elephanten, von denen die Lodge ihren Namen hat. Angefangen vom Baden über ein Elefanten-Fussbalturnier bis hin zur einfachen Fütterung wird den Touris hier alles geboten.

Eine Silvesterparty gibt es hier mitten im Laotischen Urwald nicht. Von zu Hause haben wir uns eine Flasche Rotwein mitgebracht, die wir auf unserer Terrasse leeren. Begleitet nicht vom Krachen der Böller, sondern von den Stimmen des Dschungels um uns.

Mit dem Bus geht es nach Vang Vieng. Die Strecke ist extrem gebirgig. Eine Haarnadelkurve löst die andere ab. Der Bus ist eine riesen Ding, zwei gelenkte Vorderachsen. Dennoch wissen wir jetzt, warum die „Gemütlichkeit“ der Laoten selbst andere Asiaten manchmal zur Weißglut bringt. Auch, als die Strasse zur Ebene hin gerade wird, kaum noch Kurven vorhanden sind, fahren wir kaum schneller, als 30 km/h.

Vang Viang selbst bietet nicht viel. Ein paar Höhlen, das war es. Bleibenden Eindruck hinterlässt die Stadt bei mir aus drei Gründen: Es ist unglaublich kalt, sobald die Sonne weg ist, knapp über 0 Grad, dann: Ein Motorradfahrer begegnet mir, mit einer alten R 80 G/S und Dachauer Kennzeichen. Entgegen den sonst hier anzutreffenden Touristen, die auch mit großen Mietmotorrädern herumcruisen, sieht dieser nicht danach aus, dass er mit dem Flieger angereist ist - ich platze fast vor Neid  - und drittens: Die „weiße“ Speisekarte in den Restaurants. Auf der stehen Hasch, „funny mushrooms“ (Pilze) und sogar Opium zur Auswahl. Wahlweise in Plätzchen verpacken oder pur.

Wir wählen Thai Curry und fahren nächsten Tags weiter – ebenfalls sehr „laotisch“, 4 Stunden für 150 Kilometer - mit dem Bus in die Hauptstadt Vientiane.
Touristisch hat Vientiane nicht viel zu bieten, doch wir geraten in eine Feier ganz besonderer Art. Unser Hotel befindet sich an einer kleinen Uferstrasse des Mekong. Auf der gegenüber liegenden Straßenseite sind verschiedene Kneipen. Als wir uns in einer zum Mittagessen setzen, kommt ein Pick up und lädt jede Menge Equipment für eine Party aus. Kurze Zeit später trudeln die Gäste ein. Allesamt die coolsten Typen, die Laos vorgebracht hat. Mitte 20, Cowboystiefel, Baseballcaps, dunkle Sonnenbrillen und permanent mit einem frisch gezapften Beer Lao in der Hand. Entweder handelt es sich um den Ortsansässigen Zuhälterring oder die laotische Drogenmaffia auf ihrer Jahreshauptversammlung. Dann kommt der Obermafiosi. Ganz in schwarz, Zopf, Sonnenbrille, wird er von allen Anwesenden mit einem tiefen „Wai“ dem asiatischen Gruß, bei dem man die Hände vor der Brust oder Stirn zusammenlegt und sich verbeugt, begrüßt.

Wir bestellen noch etwas zu trinken, das dürfte unterhaltsam werden. Und so kam es. Ich sitze am Mekong in Laos und höre Wind of Change von den Skorpions. Dazu wippt ein laotischer Rocker mit Kopftuch und Schlangenlederstiefeln rhythmisch im Takt. Beste Musik, beste Stimmung und am Ende noch ein Abschiedsgeschenk von den „Chefs“ – Ein T-Shirt von der Stammkneipe, der „Wind West Bar“ – irre!

Die Stadt hat Flair, vergleichbar mit Phnom Penh. Früh morgens starten wir unsere Aktivitäten mit einer Nudelsuppe im besten Frühstücksrestaurant der gesamten Reise, mieten uns eine 250er Baja und fahren die RN 10 ein Stück nach Norden. Es sind die kleinen Dinge, die eine Reise nach Laos auszeichnen, in erster Linie die traumhafte Landschaft und vor allem die Ruhe und Gelassenheit, in der hier alles abläuft.
Unseren letzten Abend verbringen wir genau so, in absoluter Ruhe, bei einem Bier mit Blick in die untergehende Sonne.
Dorthin, zurück nach Westen startet morgen unser Flieger. Urlaub im Wald bei kühlen Temperaturen, das hatten ich „befürchtet“ und so ist es gekommen – doch ganz anders, als ich es mir vorgestellt hatte.

Nach Laos kehre ich zurück, besuche die Wind West Bar in Vientiane und werde mit einem Motorrad hinauf in den gebirgigen Norden fahren. Werde wieder auf einer Stelzenterrasse über dem Mekong sitzen, eine Zigarre rauchen, auf den Fluss unter mir blicken und in die Weite des Urwaldes dahinter.